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Expertenpaper „Opioid-induzierte Obstipation – Unterschätzte Krankheitslast erfordert optimales Management“

Die Obstipation ist die mit Abstand häufigste gastrointestinale Dysfunktion, die als Nebenwirkung einer Opioidtherapie auftritt – und ist nicht selten Ursache von Therapieabbrüchen.

Die Ursache für gastrointestinale Dysfunktionen findet sich in einer Vielzahl an Opioid-Rezeptoren im intrinsischen Nervensystem des Gastrointestinaltraktes. Die Opioideinnahme führt zu einer deutlich verminderten Transmitterfreisetzung, in deren Folge die Transitzeit des Stuhls im Dünn- und Dickdarm massiv zunimmt. Es kommt zum Wasserentzug und zur Eindickung, der Tonus der intestinalen Sphinkteren wird gesteigert, das führt zur OIC. Die Folgen sind eine härtere Stuhlkonsistenz, eine Verminderung der Stuhlfrequenz und nicht selten das Gefühl einer inkompletten Stuhlentleerung. In der klinischen Praxis geht man dann von einer Obstipation aus, wenn die Stuhlfrequenz unter drei Stuhlgängen pro Woche liegt.

Es gibt eine ganze Reihe an Therapieoptionen der OIC. Es stehen nicht nur symptomatische, sondern auch wirksame Mechanismen-orientierte pharmakologische Therapieoptionen zur Verfügung. Voraussetzung für jeden Behandlungserfolg ist aber eine möglichst frühe und aktive Thematisierung der Problematik.

Für die medikamentöse Therapie ist ein Stufenschema vorgeschlagen:

  1. Einzeltherapie: osmotische oder stimulierende Laxanzien zur symptomatischen Therapie; Kombinationstherapie: osmotische und stimulierende Laxanzien zur symptomatischen Therapie
  2. Peripher wirkende Opioidrezeptor-Antagonisten (PAMORA) als kausale Therapie
  3. PAMORA in Kombination mit osmotischen oder propulsiven Laxanzien, Prokinetika bzw. medikamentösen (Rizinus, Erythromycin, Amidotrizoeessigsäure oder ähnliche) bzw. nicht-medikamentösen Maßnahmen (v.a. Einläufen)